Stadtschloss
Potsdam
Trotz
der vielen Schlösser in und um Potsdam ist eins in den
letzten Jahren stark in die Debatte geraten, das nicht mehr
existiert: das Stadtschloss.
Zwischen Langer Brücke und Altem Markt war eine
mittelalterliche Burg an dieser Stelle einer der ersten
Siedlungskerne des heutigen Potsdam. Der „Große Kurfürst“
ließ hier nach holländischem Vorbild 1662 – 69 eine
Residenz errichten und Friedrich der Große ließ es gleich
zu Beginn seiner Regentschaft, in den Jahren 1744 - 48 kräftig
umbauen. Das nunmehr stattliche Schloss wurde von einer großen
Zahl Sandsteinfiguren bekrönt und diente dem König als
Winterquartier. Vom Umbau verschont blieb das 1701
errichtete Fortuna-Portal, das anlässlich der Krönung
Friedrichs (als Kurfürst der III., als König der I.) zum König
in Preußen dem Schlosskomplex hinzugefügt wurde. Nach
Friedrich II. spielte es im Leben der nachfolgenden Regenten
nur noch eine Nebenrolle.
In der Bombennacht des 14. April 1945 wurde es stark beschädigt.
1959/60 wurden die Reste abgetragen. Weder politisch noch
finanziell wollte sich die damalige DDR-Führung einen
Wiederaufbau leisten, außerdem traf es sich gut, dass mit
dem Abriss Platz für eine breite Magistrale entstand. Ende
der achtziger Jahre begann man damit, den freien Platz durch
einen Theaterneubau zu füllen. Nach der politischen Wende
wurde allerdings der Rohbau wieder abgerissen, um Platz für
den Wiederaufbau des Stadtschlosses zu schaffen. Der ist
zwar vom Stadtparlament beschlossen, aber weder
Finanzierung noch künftige Nutzung sind bisher völlig geklärt.
Immerhin steht dank einer Spende der deutschen
Zement-Industrie inzwischen das Fortunaportal wieder.
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